Jan Petersen

Portrait

Damit eines gleich klar ist : Dieser Petersen ist rotzfrech. Nicht als Person - vielmehr als Künstler. Nimmt kein Blatt vor den Mund. Zitiert, frözelt, nimmt mal hie, dann mal dort, bemüht die (Kunst-)Geschichte, formuliert sie um. Ganz dreist und ungeniert. Wie's ihm grad passt. Demokratisiert in Größe und Obulus, für das, was er da in seinem kleinen, feinen Kunstkaufhaus offeriert. Dies -und ohne dabei vordergründig politisch zu sein -  gemischt mit einer schelmischen Portion Humor, die dem Künstler so eigen ist und ihn noch liebenswerter macht ist so signifikant für das Werk Petersens, dass es eine Mordsfreude bereitet, hinzuschauen, zu stöbern, neues zu entdecken.

Künstlerisch bewegt sich Petersen in den Traditionen des Dada, der Collage und des Objekthaften. Es entstehen erhabene, kastenartige Volumen aus Holz, die in ihrer Materialität originär und inzwischen eindeutig als Marke zu erkennen sind. Die Grössen der entstehenden Werke reichen von Streichholzschachtel bis Kinderbett, wodurch ein wunderbares Spiel der Formate und räumlichen Bezüge entstehen kann. Das Unperfekte scheint dabei Programm zu sein : Die Blöcke, auf die der Künstler seine Botschaft bannt, sind ungehobelt und kantengeschliffen, die groben Druckbuchstaben tanzen aus Reih und Glied, wie zu den besten Zeiten Gutenbergs. Gerade so soll es sein, ist es gut, perfekt.

Das Nichthundertprozentige, das darauf hinweist, dass es nicht um die Hülle, sondern nur um den Inhalt geht. Trotz des Konzeptes, Kunst zu günstigen Preisen unter das Volk zu streuen und damit die Kunst zu demokratisieren, sind die Objekte von höchster handwerklicher Qualität und mit besonderen Oberflächen versehen. So überzieht Petersen seine Bilder mit einer Schicht Paraffin und einer besonderen Patina. Die Begegnung mit den Arbeiten aus dem Kunstkaufhaus - Ost ruft immer wieder Heiterkeit und Schmunzeln hervor, wie der Künstler in seinen zahlreichen neuen Feldversuchen und Ausstellungen feststellen kann.

KS

 

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