Künstlerportrait
Gerd Lieder, Künstler und unter anderem auch Kunsthistoriker, spannt in seiner Ölmalerei den weiten Bogen von grundlegenden Themen der Kunstwissenschaft über die Philosophie zu einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung. Mit höchster technischer und inhaltlicher Präzision bringt er scheinbar unstrukturierte Formen und Farben in übergeordneten, perfekt stimmigen Einklang.
Durch seine individuelle, durchdefinierte Bildsprache gelingt es ihm, das essentielle Wesen der Kunst zu vermitteln: Kunst ist eine Reflektion, eine Spiegelung der Realität, oder vielmehr dessen, was wir als Realität empfinden. Es ist unsere Wahrnehmung, die Realität formt, daher ist Realität immer subjektiv und nicht nach allgemein gültigen Standards festzulegen.
Lieder erinnert uns daran, indem er die Formen, die wir gerade meinen, zu erkennen, wieder auflöst, spiegelt und ineinander fließen läßt. Die Pointe dieses Spiels mit der Wahrnehmung liegt darin, dass es keine Lösung gibt und dass gleichzeitig alles möglich ist. Die Antwort wird nicht vom Künstler zur Verfügung gestellt, sondern der Betrachter muß sie selbst für sich finden. So ist das Leben. kvb
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